top of page

Der Palast im Regen: Wer ist der Typ im Kerker?

Aktualisiert: 27. Apr.

In "Der Palast im Regen" erwecken Kultisten einen vermeintlichen Gott. Dieser begegnet Sveno dann später noch im Kerker. Was dann mit ihm passiert, erzählt der Roman nicht weiter. Also: Wer ist eigentlich dieser Typ, der im Tempel aufersteht und Sveno später besucht?


Tempel Dschungel Ruinen mysteriös Palmen Fantasy magisch
Bild KI-generiert

Wer "Das Licht aus dem Nebel", "Das Licht im Sand" und vor allem "Das Licht hinter dem Wind" gelesen hat, kann sich die Antwort auf die Frage vielleicht schon denken. Hier erkläre ich die Hintergründe. Deshalb: Achtung! Dieser Artikel enthält massive Spoiler zur Trilogie!

.

.

.

.

.

.

.

.

.


Arvano, der Herr des Himmels?


Wie wir aus "Der Palast im Regen" wissen, war es das Ziel der Kultisten, einen Gott namens Arvano auf die Welt zu holen und ihm dafür einen menschlichen Körper zur Verfügung zu stellen. Sveno zweifelt, dass das Wesen, dass da aufgetaucht ist, tatsächlich ebenjener Arvano ist. Sein Verdacht bestätigt sich: Als ihn der Neuerweckte im Kerker besucht, nennt er seinen Namen: Eron Kahragon.


Ich darf verraten: Eron und Arvano sind nicht dieselbe Person und waren es noch nie. Den Kultisten ist ihr Vorhaben schlicht nicht geglückt – sie haben die falsche Seele in die Welt gezogen.


Eron Kahragon, König von Sasberg


High Fantasy Reihe Trilogie episch

Wir erfahren, dass Eron Kahragon der Großvater von Serta Kahragon ist, Svenos Halbschwester, die als Kaiserin über Kraburg, Sasberg und Morretberg herrscht. Eron war einst König von Sasberg, als die drei Länder noch unabhängige Reiche waren. Das ist genau der Zeitpunkt, zu dem die Handlung von "Das Licht aus dem Nebel" einsetzt.


Als Herrscher war Eron eine extrem umstrittene Persönlichkeit – sicherlich zu Recht. Sein Verhalten war in der Regel inadäquat, er war unberechenbar und galt vielen als Tyrann. Das Verhältnis zu seinem Sohn Merto war komplex und so kam es, dass Merto letztlich seinen eigenen Vater umbrachte. Lediglich Orea, Erons Ehefrau, stand ihm wirklich nahe. Auch wenn man dieses Verhältnis sicher ebenfalls als komplex bezeichnen darf.


Orea Kahragon und die wilde Magie


Um genauer zu benennen, was mit Eron nach seinem Tod passiert ist, muss man ein paar Dinge über seine Ehefrau wissen. Eron ist kein geborener Kahragon, sondern Orea stammt aus dieser Linie. Viele der Kahragons waren große Magier und sie bildet da keine Ausnahme. Im Gegenteil, Orea zählt sicher zu den herausragendsten Mager:innen der Dynastie (auch wenn sie es weder mit Lorror noch mit Merto aufnehmen konnte).


Nun, große Macht geht auch mit großer Verantwortung einher – sollte sie zumindest. Denn Orea war dieser Verantwortung sicherlich nicht gewachsen. Sie war eine impulsive und instabile Persönlichkeit, die zu Ausrastern neigte, gegenüber anderen Menschen extrem unsicher war und prinzipiell allen unterstellte, dass sie ihr Böses wollen. Als Orea von Erons vermeintlichem Tod erfährt, dreht sie durch. Dabei setzt sie unkontrolliert Magie frei. "Unkontrolliert" heißt, dass es sich um wilde Magie handelt, die in der Regel stärker und unberechenbarer als strukturierte Magie ist.


Tod und Nachleben des Herrscherpaares


Aufmerksamen Leser:innen dürfte nicht entgangen, dass ich von Erons vermeintlichem Tod schrieb. Denn zu dem Zeitpunkt, als Orea die Magie freisetzt, war Eron tatsächlich noch am Leben. Dem unbändigen Feuer können jedoch weder Eron noch seine Frau entgehen: Ihre Körper werden so von Magie durchdrungen, dass sie sich verwandeln und Eron und Orea zu Geistern in einem Zwischenreich werden, in denen nur Magie existiert.


High Fantasy Einzelband Roman originell Magie

Sie sind nicht die einzigen, denen dieses Schicksal widerfährt. In der Trilogie "Herrscher des Lichts" und im Prequel "Die Stimme im Licht" werden insgesamt sieben Personen genannt, die als Geister ihr Unwesen treiben. Zwei davon nehmen jedoch eine Sonderrolle an: Ihr Verwandlung begann bereits über einen längeren Zeitraum hinweg im Leben, deshalb besitzen sie einen Körper aus Magie. Nehmen wir diese beiden also einmal aus, gibt es insgesamt fünf Magiegeister (einschließlich Orea und Eron), von denen Leser:innen der Romane wissen.


Aus der Magiewelt zurück ins Leben


Ist auch Arvano in Wirklichkeit ein solcher Geist? Oder umgekehrt: Sind alle Wesen, die als Götter verehrt wurden, in Wirklichkeit solche Geister? Gut möglich. Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie sehr diese Geister in das Geschehen auf der Welt eingreifen können. Das möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten, nur so viel: Auch das hat natürlich etwas mit wilder Magie zu tun.


Um Arvano tatsächlich zurückzuholen, fehlte den Kultisten definitiv das Wissen. Stattdessen spielten sie Roulette und riefen einfach irgendeinen dieser Geister herbei. Und der war zufällig Eron Kahragon – was definitiv kein Glücksfall war. Eron war schon immer gefährlich. Dass er nun wieder sein Unwesen auf der Welt treibt, kann sicherlich nichts Gutes bedeuten. Aber zumindest ist er jetzt nicht mehr Herrscher, sondern anderweitig beschäftigt: Er sucht nach einer Möglichkeit, Orea ebenfalls zurückzuholen. Ob ihm das glückt, ist eine andere Geschichte.


Die Untoten und das ewige Leben


Was ist eigentlich die Sensation an der ganzen Sache? Nun, Eron ist womöglich einer der Ersten, der herausgefunden hat, wie man den Tod umgehen kann – um dann auch noch wieder aus der Zwischenwelt zurückzukehren! Wenn er es richtig anstellt, könnte Eron dadurch durchaus unsterblich werden. Aber diese Angelegenheit ist höchst schwierig. Sich in einen Magiegeist zu verwandeln, ist bereits ein gefährlicher Prozess und um wieder in einen Körper zurückzukehren, bedarf es Helfer:innen, die richtig geschult sind und am richtigen Ort agieren und außerdem bereit sind, einen Körper zur Verfügung zu stellen. Um derartige Anhänger:innen zu gewinnen, müsste ein Geist aus der Magiewelt heraus agieren, was ebenfalls extrem komplex ist. Vielleicht ist die Unsterblichkeit also doch nur eine Theorie – oder aber ein Geist braucht Jahrhunderte oder Jahrtausende, um tatsächlich zurückzukommen.


Für Eron zumindest gilt: Er ist jetzt wieder da. Und vielleicht gab es vor ihm schon andere, denen das geglückt ist. Denn der uralte Tempel wird sicherlich nicht umsonst gebaut worden sein.

Kommentare


bottom of page