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Rückblick 2022: Raumschiffe, dunkle Rituale und sterbende Königreiche

Schreibjahr 2022 – ein Rekord (zumindest, was die Anzahl der Veröffentlichungen betrifft). Neun Kurzgeschichten sind dieses Jahr erschienen.


Fantasy 2022 Anthologien Kurzgeschichten

Verschiedene Genres, verschiedene Geschichten: Von Epischer Fantasy über Science Fiction bis hin zu Urban Fantasy war alles dabei.


Horror düstere Fantasy Geschichten historisch

Aller guten Dinge sind ja bekanntermaßen drei , deshalb habe ich mich ganz besonders gefreut, bei der elften Geisterspiegel-Anthologie Ende Februar wieder mit dabei zu sein. Das Thema dieses Mal war "Dark Empire" und das historische Reich in meiner Geschichte fiel etwa 3300 Jahre vor unserer Zeit.


Doch nochmal ganz von vorne: 2017 schrieb ich meine erste Geschichte für eine Geisterspiegel-Ausschreibung (das Thema war "Dark Killers") und gleichzeitig eine meiner allerersten historischen Geschichten. Es ging ungefähr 3500 Jahre zurück ins Alte Ägypten auf den Spuren eines bis heute mysteriösen Todesfalls: Der Pharao Seqenenre wurde unter ungeklärten Umständen ermordet. Seine Mumie weist seltsame Kopfverletzungen auf und völlig untypisch für den Mumifizierungskult im Alten Ägypten wurde sein Herz entfernt. Meine Geschichte "Das Auge des Pharaos" folgt dem Wesir Djehuti bei seinem Versuch, sein Land zu retten.


Meine Geschichte für "Dark Islands" entstand 2018 und führt ins Venedig des 17. Jahrhunderts. Die Stadt befindet sich in den Wirren der sogeannten "Spanischen Verschwörung". Am Himmelfahrtstag des Jahres 1622 erschüttert ein Erdbeben die Lagune. In meiner Geschichte "Die Vermählung mit dem Meer" nimmt ein Franzose namens Betrand Duval inmitten dunkler Kanäle Rache für seine ermordeten Landsleute.


Mit "Olivenblättertod" mache ich wieder einen Sprung zurück. Erneut geht es ins Alte Ägypten, doch diesmal in die Zeit der Regentschaft des Pharaos Echnaton – einem ungewöhnlichen Herrscher, der versuchte, sein Land völlig umzukrempeln und dabei scheiterte. In meiner Geschichte begibt sich der Pharao nach dem Tod seiner Ehefrau Nofrete im Jenseits auf die Suche nach seinem Gott.


Die Anthologie ist hier erhältlich: https://www.geisterspiegel.de/?p=60389#more-60389 


Urban Fantasy Young Adult Jugendbuch

Im Mai erschien meine allererste Urban-Fantasy-Geschichte und gleichzeitig eine raren Young-Adult-Erzählung. Beide Genres bekommen mich eher selten zu Gesicht, aber weil ich auch gerne Neues ausprobiere, habe ich an der Ausschreibung teilgenommen. Dabei ging es außerdem durchaus in vertrautes Terrain: "Flötentöne im Meer" spielt im modernen Venedig, das ich selbst schon mehrere Male besucht habe, zuletzt in diesem Jahr.


Also, hieb- und stichfeste Recherche? Na ja, eigentlich sind die Kanäle in Venedig gar nicht so tief, dass man darin ausgiebig herumtauchen könnte. Oder überhaupt - tauchen empfiehlt sich da nicht. Das Wasser ist trüb, der Grund strotzt vor Müll, früher wurde sogar Abwasser direkt in die Kanäle geleitet, sodass der sich ablagernde Schlamm sogar hochgiftig war. Inzwischen wurde ein neues Abwassersystem eingeführt und die Kanäle werden gereinigt - dennoch, schwimmen würde ich da nicht.


Aber lassen wir das doch einmal außen vor und stellen uns vor, man könnte in den Kanälen tauchen: Dann sind wir bei "Flötentöne im Meer". Und darum geht's: Thelxiope, genannt Thel, ist eine Sirene. Um einen gutbezahlten Tauchauftrag zu erledigen, reist sie nach Venedig und macht sich im trüben Wasser der Lagune auf die Suche nach einem magischen Speer. Doch bald muss sie erkennen, dass ihr versprochene Lohn keineswegs so reizvoll ist, wie es am Anfang scheint. Denn die Suche bringt Thel nur allzu schnell in Lebensgefahr ...



Und zum Schluss noch die Venedig-Beweisfotos:


Rechts: "Verwunschene Welten", Mitte: "Das Dampfbein schwingen", links: "Dark Islands"


High Fantasy Mittelmeer Vulkan Magazin

„Das ist der Zeitpunkt unseres Untergangs“, sagte Aene.

Die Erde brüllte und Sem klammerte sich mit beiden Händen an eine Säule. Seine schweißfeuchten Finger fanden kaum Halt. Über ihm bröckelte Stein. Licht brach durch den Riss in der mosaikbesetzten Gewölbedecke der Halle.

Weißer Staub blieb in Aenes Haaren hängen. Sie stand reglos auf dem Balkon und sah Sem an. „Jetzt kommt die Asche.“


Der Anfang meiner Geschichte "Der Zeitpunkt des Untergangs" führt in eine längst vergangene Stadt, die nach einer Katastrophe aus den historischen Aufzeichnungen verschwand. Viele Jahrhunderte später findet ein Historiker ein Artefakt, das die Lösung dieses Rätsels sein könnte. Aber seine Recherchen entpuppen sich als folgenschwerer, als er ahnen konnte.


Eine Stadt, die von einem Vulkanausbruch vernichtet wird? Da dürfte jeder sofort an das antike Pompei denken. Obwohl ich noch nie dort war, hat mich dieser Vulkan nicht richtig losgelassen. Ich habe in jedoch in einer Fantasywelt verlegt und die Stadt ereilt am Ende doch ein anderes Schicksal. Denn im Gegensatz zum realen Pompei gibt es in meiner Erzählung natürlich Magie, die den Ausgang der Geschichte dramatisch verändert.


Beim Schreiben des Textes ist mir außerdem noch etwas aufgefallen: Und zwar dass es viel zu wenig High Fantasy-Geschichten gibt, die in einem mediterranen Setting spielen. Zeit wird's, das anzupacken!


Die Geschichte erscheint in der neuesten Ausgabe von "Gegen Unendlich" und kann seit Juni überall im Buchhandel bestellt werden: https://www.amazon.de/dp/B0B2W5X5S3/ 


Science Fiction Space Opera Space Fantasy

In meiner nächsten Juni-Veröffentlichung "Planet der Träume" erkunden wir wieder einen fernen Planeten. Die Landschaft ist grün und völlig unbewohnt. Die einzige Besonderheit ist das seltene Mineral Somnium, das es dort zuhauf gibt, dessen Abbau aber illegal ist, solange der Planet nicht von der intergalaktischen Behörde zur Bewirtschaftung freigegeben ist. Raumschiffkapitänin Akane will deshalb nur kurz und heimlich landen, ein paar Kisten füllen und dann schnell wieder davonfliegen. Doch bald stellt sich heraus, dass der Planet vielleicht doch nicht so ruhig ist, wie es scheint.


Die Geschichte zeigt nicht nur einen exotischen Planeten sie spielt auch mit dem Thema "Wirklichkeit und Illusion". Denn in fernen Welten mag es Substanzen geben, die auf den menschlichen Körper unerwartet wirken, die einheimische Alienspezies jedoch kaum tangieren.


Wie so oft, wenn ich "Science Fiction" schreibe, ist die Science mehr in Kulturwissenschaften, Psychologie oder Archäologie zu suchen und die Grenzen zur Fantasy verschwimmen. Wir haben es hier also auch mit einer "Space Opera" oder gerne "Space Fantasy" zu tun. "7 Millionen Tage in der Zukunft" ist als E-Book bestellbar: https://www.amazon.de/dp/B0B2YXJPNZ/ 


Science Fiction Kurzgeschichten Anthologien

Was wenn organische Rohstoffe Mangelware sind? Dann würde sich einiges ändern: Es gäbe erst einmal weniger Nahrung, Kosmetik, Medikamente. Aber auch andere Materialien, die in unserem Alltag selbstverständlich sind, wie Textilien und Kunststoffe würden wegfallen. Und es würde kaum etwas brennen. Was ändert sich in der Gesellschaft unter diesen Umständen?


Diesen Überlegungen bin ich in "Zerbrochenes Glas" gefolgt. Ganz sicher kann ich derartige Fragen mit der Geschichte nicht umfänglich beantworten. Aber das Gedankenspiel lohnt dennoch.


Und darum geht's: Caian erwacht nach langer Zeit aus dem Kryoschlaf. Seine Heimatstadt liegt in Schutt und Asche und seine Erinnerungen an die eigene Vergangenheit sind nur bruchstückhaft. Während er die karge Welt seines Planeten erkundet, muss er sich immer wieder eine Frage stellen: Wer bin ich eigentlich? Denn der Verdacht wird immer klarer, dass er vor seinem Schlaf etwas getan hat, das die Welt um ihn herum verändert hat.


"Zerbrochenes Glas" erschien im Septemberg in der Anthologie "Dimension Null" bei ModernPhantastik – meine dritte Veröffentlichung bei dem Verlag in einer reinen Science-Fiction-Anthologie. Das E-Book ist hier bestellbar: https://www.amazon.de/dp/B0BDFG9FLP/.


Steampunk historisch Zirkus

Das 19. Jahrhundert: Die Blütezeit von Freak Shows und Völkerschauen, in denen Menschen mit besonderen körperlichen Merkmalen wie etwa Kleinwüchsige oder aber ganze Menschengruppen mit verschiedensten ethnischen Hintergründen – aus ihrer Heimat in Afrika, Asien, Australien oder Amerika Verschleppte – wie Zootiere ausgestellt wurden.


n den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ließ das Interesse an Freak Shows und Völkerschauen allmählich nach – Grund waren die Konkurrenz mit anderen Unterhaltungsangeboten wie dem Rundfunk, die Wirren des Zweiten Weltkrieges und ein durch das NS-Regime erlassenes Ausstellungsverbot "Missgebildeter". In den 50er-Jahren gab es verschiedene Versuche, diese Praxis wiederzubeleben. Zum Glück ist es nicht gelungen.


Die vom Ohneohren Verlag herausgegebene Anthologie "Hereinspaziert" widmet sich diesem dunklen Kapitel der Geschichte und verbindet dabei Historie mit Steampunkelementen und Magie.


In meiner Geschichte "Eselsfrau" steht hinter dem Zirkusvorhang Fatima – eine Frau, die eigentlich anders heißt und ihre Heimat zwischen Wüstendünen verlassen hat, um in Europa ihren Sohn zu suchen. Dabei muss sie jedoch feststellen, dass jemand wie sie in Europa weder Rechte noch Freiheit hat: eine Frau mit dunkler Hautfarbe, die nur arabisch spricht und anstelle von Füßen mit Eselshufen über den Boden geht.


Doch sind ihre Eselsbeine lediglich eine absonderliche Laune der Natur oder verbirgt sich dahinter nicht vielleicht etwas ganz Anderes? Fatima kennt die Antwort auf diese Frage genau. Aber erst ein Fremder ermöglicht es ihr, aus ihrem Leben auszubrechen.


Die Recherche für diese Geschichte war spannend, aber sie hatte auch einen sehr bitteren Geschmack. Für manche scheint es heute vielleicht nicht mehr vorstellbar, dass Menschen wie Zootiere behandelt worden, doch es war bittere Realität. Ein solches Schicksal traf nicht nur Individuen, die aus irgendwelchen Gründen von der Norm abwichen (sei es durch Missbildungen, Krankheiten oder einfach, weil sie zu groß oder zu klein, zu dünn oder zu dick waren).


Es gab auch regelrechte Menschenzoos, in denen beispielsweise afrikanische Dörfer nachgebaut wurden. Die Menschen darin wurden aus ihrer Heimat verschleppt und sollten nun vor aller Augen intime Einblicke in eine Welt liefern, wie Europäer sich das "primitive" Afrika gerne vorstellten.


"Hereinspaziert" ist in diesem Sinne sicher keine heitere Anthologie - dafür aber eine, die sich mit einem wichtigen Thema auseinandersetzt: der Menschlichkeit. Das Buch erschien Mitte September und war nach "Fenice" in "Das Dampfbein schwingen" meine zweite Steampunk-Veröffentlichung und gleichzeitig meine zweite Veröffentlichung beim Verlag ohneohren: https://www.ohneohren.com/shop/Hereinspaziert-TASCHENBUCH-p485755349 


Dschungel Fantasy Wüsten Südsee

Kommen wir zur Neuerscheinung im Oktober: Drei Geschichten von mir in einem Buch, diesmal gesammelt "Low Fantasy".


Wer den Genrebegriff hört, denkt wohl am ehesten an blutige Schwerter, Schlachten auf grasbewachsener Ebene, Festungen in verschneiten Wäldern und Kämpfern in schweren Rüstungen – also an eine Welt wie im europäischen Mittelalter. Doch warum nicht einmal weiter schweifen?


Meine Geschichte "Blutroter Wüstensand" spielt zwischen Sanddünen, Palmen und Wüstendämonen. Die Protagonistin spürt Blutmagie und muss sich mit einer unliebsamen Verwandschaft auseinandersetzen.


In "Zereas Stimme" flieht eine junge Königin aus ihrer brennenden Stadt hinein in den Dschungel. Mit im Gepäck hat sie einen Speer, der, so scheint es, in ihrer Hand zu einem ganz eigenen Leben erwacht.


"Das Lied der Wellengeister" nimmt mit auf eine Südseeinsel. Das Meer ist die Bedrohung, der sich die Anführerin der Gemeinschaft stellen muss. Denn die Wellengeister verlangen ein Opfer.


Protagonistin, Königin, Anführerin – alles Frauen? Ja, denn die Anthologie "Schwertgesang und Zauberschatten" betrachtet "Low Fantasy" ganz bewusst aus einer weiblichen Perspektive: Kriegerinnen, Magierinnen, Herrscherinnen sind hier keine Nebenfiguren, sondern zentrale Handelnde. Auf 370 Seiten und in 21 Texten stellt die Anthologie ihre Geschichten vor. Das Buch kann hier beim Verlag bestellt werden: https://www.machandel-verlag.de/readerview/schwertgesang-und-zauberschatten.html 


unterwasser Nixen Meerjungfrauen

In der Geschichte "Das Herz des Ozeans", meine vorletzte Veröffentlichung in diesem Jahr, wogen einige Wellen – in der Realität auch. Tatsächlich hat der Text mehrere Anläufe zur Veröffentlichung gebraucht. Die Ablehnungsgründe waren ganz unterschiedlich: Die Stimmung zu dunkel. Zu verschiedenen im Vergleich zu den anderen Anthologie-Texten. Und einmal wurde schlicht der Wettbewerb aufgrund eines Mangels an Einsendungen abgebrochen. Doch ich bin überzeugt, ein guter Text findet immer einen Weg, selbst wenn es, wie in diesem Fall, rekordhafte vier Einreichungsversuche brauchte. Dabei ist es natürlich auch von Vorteil, dass eine Geschichte normalerweise nicht nur für ein einziges Thema passt. "Wasser", "Liebe", "Religion", "Nixen" oder, in diesem Fall, "Dunkle Rituale".


Bei dieser Geschichte habe ich mich auch sprachlich mehr ausgetobt als sonst. Sie ist zur Abwechslung im Präsens aus der Sicht zweier Figuren im Wechsel geschrieben. Und vorsicht, dunkle Stimmung: Das Ganze ist eher schwer und traurig. Aber das darf auch mal sein. Heiter regt ja nicht unbedingt zum nachdenken an, nicht wahr?


Die Anthologie kann beispielsweise hier bestellt werden: https://www.amazon.de/dp/B0BMTFP2C5/. Wer sie kauft, tut außerdem was Gutes: Die Spendeneinnahmen kommen „Freunde alter Menschen e. V.“ zugute.


Raumschiff Planet Feen

Weiße Ödnis auf einem Eisplaneten: Die Menschen haben hier eine Kolonie gegründet, um seltene Kristalle abzubauen, die sie als Treibstoff für ihre Raumschiffe nutzen. Und die einheimischen Aliens? Falls es sie überhaupt gibt, so vergehen sie still im Nirgendwo.


Vielleicht kennt der ein oder andere meine Geschichte "Der letzte Splitter Farbe" bereits aus der Anthologie "Sternenflammen" (inzwischen nicht mehr erhältlich), wo sie mit dem ersten Platz des DrachenStern-Fantastik-Preises in der Sparte "Science Fiction" ausgezeichnet wurde. Der Text war meine erste Science-Fiction-Erzählungen überhaupt und damit der Auftakt eines fortdauernden Schaffens.


Im Dezember ist der Text in der vierten Ausgabe des Fantastik-Magazins "Weltenportal" neben anderen Erzählungen, Rezensionen, Berichten und Interviews aus dem Bereich Fantasy und Science Fiction neu erschienen. Viel Spaß damit.


"Weltenportal" kann hier kostenlos heruntergeladen werden: http://weltenportalmagazin.de/ausgaben-archiv/ausgabe-4-11-2022/. 


Und was fehlt? Nun, tatsächlich die zehnte Geschichte, die ich leider von einer geplanten Veröffentlichung zurückziehen musste. Insofern gab es auch hier eine neue und durchaus lehrreiche Erfahrung. Aber besser nicht veröffentlichen, als sich dafür zu verbiegen. Insofern bedauere ich nicht, dass die Veröffentlichungsanzahl doch nicht zweistellig geworden ist, sondern freue mich über alle Geschichten, die die passende Heimat gefunden haben.


Zum Schluss noch ein kleiner Ausblick auf 2023: Einige Anthologien stehen bereits in den Startlöchern und zum ersten Mal auch ein längerer Text von mir. Bald mehr dazu.


Allen Leser:innen frohe, am besten bücherreiche Feiertage und einen angenehmen Jahresausklang. Man liest sich.







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