Mal schnell das Aussehen beschreiben. Oder: Wie funktioniert Perspektive?
- Kornelia Schmid

- 26. Juni
- 10 Min. Lesezeit
Was ist der Erzählmodus, den ihr gewählt habt? Ihr wisst es nicht? Dann lest diesen Artikel. Hier geht es um verschiedene Arten, eine Geschichte zu erzählen, und wie man dabei den richtigen Ton und vor allem die richtige Perspektive einhält.

Perspektivfehler sind etwas, das ich im Lektorat sehr häufig anstreiche. Vielleicht, weil Perspektive an sich komplex ist und leider auch viele unseriöse Schreibtipps kursieren, die dafür sorgen, dass Brüche vielen Autor:innen leicht unterlaufen. Hier deshalb ein wenig Aufklärung (Achtung, enthält Erzähltheorie).
Inhalt
Bevor ich tatsächlich zur Perspektive komme, muss ich ein wenig ausholen. Denn klassische Perspektivfehler haben in der Regel einen Hintergrund. Oft liegt der Hintergrund im Deutschunterricht aus der Schule. Dort werden Regeln vermittelt, die für Kinder sicher zugänglich sind und es ihnen ermöglichen, sich mit Sprache auszuprobieren. Will man aber über bloßes Ausprobieren hinauskommen, will man tatsächlich gut schreiben, haben diese Regeln dabei nichts verloren. Das sagt einem aber erstmal niemand. Deswegen tue ich es an dieser Stelle: Vergesst alles, was ihr im Deutschunterricht übers Schreiben gehört habt!
Immer Synonyme verwenden?
In der Schule lernen wir: Gutes Schreiben bedeutet, Wörter abzuwechseln, viele Synonyme zu verwenden. Ich glaube, es ist genau dieser Lehrsatz, der wirklich viele schlimme Texte hervorbringt. Denn hat man so etwas einmal verinnerlicht, ist es natürlich schwierig, das wieder loszulassen – oder überhaupt erst zu hinterfragen. Ihr merkt schon: Ich halte nicht das Geringste von diesem Tipp. Nun zum Warum.
Meine Frage an dieser Stelle ist: Gibt es richtige Synonyme überhaupt? Also Synonyme in dem Sinn, dass zwei Wörter wirklich genau dasselbe bedeuten? Ich denke nicht. Denn auch, wenn der Inhalt derselbe ist, so ist doch der Duktus ein anderer, so gibt es verschiedene Konnotationen. Will heißen: Ob ein Wort passt, hängt vom Stil ab, und auch inhaltsgleiche Wörter können die Fantasie ganz unterschiedlich ansprechen.
Zum Beispiel: Die Schüler - die Eleven. Ja, letzteres Wort gibt es im Deutschen, es stammt aus dem Französischen und bedeutet in der Tat "Schüler". Aber jetzt stellt euch einmal vor, ihr nehmt einen eurer Text und tauscht darin jedes "Schüler" durch "Eleven" aus. Was macht das mit dem Text? Richtig: Es macht ihn kaputt. Denn der Kontext, in dem "Eleven" passen würde, ist ein völlig anderer. Wer glaubt, man könne das Wort einfach als Synonym einsetzen, lässt ebenjenen Kontext völlig außer Acht. Dasselbe gilt für die allermeisten Synonyme, mal mehr mal weniger. Fühlen oder spüren? Ist etwas anderes. Sehen oder erblicken? Anderer Ton. Sagen oder Sprechen? Unterschiedlicher Fokus. Die Kunst beim Schreiben ist es definitiv nicht, vermeintlich inhaltsgleiche Wörter aus dem Ärmel zu zaubern, sondern immer die Wörter zu verwenden, die an der jeweiligen Stelle am besten passen. Und das ist weitaus komplexer.
(Nebenbei: Ja, ihr dürft "sprechen" anstelle von "sagen" verwenden, aber nicht ungeprüft, es muss eben passen. Womöglich passt "sprechen" an so mancher Stelle ja sogar besser?)
"Sie", "Das Mädchen" und "Die Zwölfjährige"
Warum schreibe ich aber nun über Synonyme, wenn es doch eigentlich um Perspektive gehen soll? Nun, die Synonymeritis ist einer der Gründe, warum es in vielen Texten zu Perspektivbrüchen kommt. Denn in der Schule lernen wir, den Namen der Protagonist:innen nicht zu wiederholen (weil Wortwiederholungen, wie wir auch aus so manchem Schreibratgeber wissen, ja immer böse sind – Spoiler: Nein, sind sie nicht!), sondern ihn zu übersetzen. Schreib einmal ihren Namen, schreib einmal "sie", schreib dann "das Mädchen" und dann nochmal "die Zwölfjährige". Und wenn du gut mit Fremdwörtern bist, dann schreibst du eben "die Eleve". Zack, Note 1. (Und ich wiederhole diese Eleven-Sache die ganze Zeit, weil das eine wahre Anekdote aus meiner Zeit als Neuntklässlerin ist – und ich schon damals nicht fassen konnte, was ein deplatziertes Fremdwort denn bitteschön mit Schreibkompetenz zu tun haben soll. Was lernen wir daraus: Grämt euch nicht, wenn ihr schlecht in Deutsch wart. Gut möglich, dass ihr trotzdem das Zeug zum Literaturnobelpreis habt. Aber jetzt zurück zum Thema.)
Diese Synonyme sind immer dann ein Problem, wenn wir personal erzählen, wenn wir nahe an der Figur sein wollen, wenn wir durch ihre Augen erzählen. Stellt euch vor, euer Leben ist jetzt gerade in diesem Moment eine Geschichte: Würde ihr über euch selbst als "die Autorin" oder "der Autor" nachdenken? Kaum. Erstmal würdet ihr "ich" verwenden und wenn es dann aber keine Ich-Perspektive ist, sondern eine personale Erzählweise, übersetzt sich "ich" in euren Namen. Ihr werdet eure Person nicht fragmentieren und bestimmte Eigenschaften wie euer Alter oder euren Beruf hervorheben. Ihr seid nicht "Der Autor", "Die 25-Jährige" oder "Der Gerade-sehr-unterzuckert-nach-Schokolade-Suchende" (na gut, wenn das in diesem Moment euer markantestes Merkmal ist, das alles andere dominiert, dann vielleicht doch). In der Regel seid ihr einfach nur Steffi oder Alex – ein vollständiger Mensch über einzelne Zuschreibungen hinaus.
Aus der Figur heraus erzählen
Jetzt aber nochmal strukturiert. Verfasst ihr einen Text, habt ihr prinzipiell die Möglichkeit, diesen entweder aus der Ich-Perspektive oder aus der Sie:Er-Perspektive, also einer personalen Perspektive, zu erzählen. (Sonderformen wie die Du-Perspektive sind natürlich auch möglich, aber nicht geläufig, deshalb soll es um die hier nicht gehen.) In der Ich-Perspektive seid ihr grundsätzlich sehr nahe an der Figur dran, ihr seid in ihrem Kopf und erzählt durch ihre Augen. Verwendet ihr stattdessen einen personalen Erzähler (sie, er, dey etc.), heißt das aber nicht, dass ihr deshalb weiter von der Figur weg seid. Man kann in der personalen Perspektive ganz genauso nahe an der Figur erzählen wie aus der Ich-Perspektive. Der einzige Unterschied besteht im Ton. Es ist eine Geschmacks-, Stil- und Genrefrage. Manchmal passt eine bestimmte Perspektive einfach besser zu einer Geschichte als eine andere (das gilt genauso für die Zeitform – Präsens oder Präteritum).
Aus der Figur heraus zu erzählen bedeutet, alles zu vermeiden, was Distanz erzeugt. Unterschiedliche Bezeichnungen für die Figur selbst ist genau so etwas. Es passt nicht. Es irritiert. Tatsächlich empfinden es Leser:innen nicht als Wiederholung, wenn im Text ununterbrochen "sie" oder der Name steht. Denn diese Bezeichnung ist vermutlich die einzig richtige und deswegen stört es auch nicht, wenn sie häufig verwendet wird. Alles andere ist schlichtweg merkwürdig oder sogar falsch.
Erzählen mit Distanz
Ihr habt auch die Möglichkeit, mehr in Distanz zu der Figur zu gehen. In der Literaturwissenschaft spricht man in diesem Zusammenhang von "Fokalisierung". Die Erzählweise, die ich eben geschildert habe (sowohl der Ich-Erzähler als auch der personale Erzähler), nennt sich "Interne Fokalisierung". Das ist die geläufigste Erzählweise, die ihr in moderner Literatur finden werdet. Denn sie ist am zugänglichsten. Sie erzeugt bei Leser:innen die meisten Emotionen. Wer sich gegen diese Erzählweise entscheidet, zielt womöglich nicht auf Emotion, sondern hat eine andere Intention. Das ist legitim – sollte aber bewusst geschehen.
Bei einer "Externen Fokalisierung" weiß der Erzähler weniger als die Figuren. Wir bekommen hier also mit eine eher nüchterne Schilderung der Ereignisse. Die Gefühle und Gedanken werden nicht thematisiert, was diese Erzählweise für Leser:innen fordernd macht, denn sie sind dadurch in der Pflicht, selbst interpretierend tätig werden und sich die fehlenden Informationen aus dem Kontext zu erschließen.
Bei der "Nullfokalisierung" haben wir es in der Regel mit einem Erzähler zu tun, der mehr als die Figuren weiß, der allwissend ist. Hier wird also der Kopf der einzelnen Figur verlassen. Der allwissende oder auktoriale Erzähler kennt zwar die Gedanken und Gefühle der einzelnen Figuren, aber er erzählt nicht mehr permanent durch ihre Augen. Er erzählt vielmehr das, was er über sie, über die Handlung, über die Welt weiß. Vielleicht stellt ihr ihn euch vor wie einen Barden am Lagerfeuer: Die Geschichte ist bereits geschehen und nun kann er sie wiederholen, bewerten, in einen Kontext stellen. Das wäre ihm nicht möglich, wenn er sie gerade erst erlebt, wie es bei der internen Fokalisierung der Fall ist. Diese Erzählform kennt ihr womöglich aus "alten" Texten, aus Literaturklassikern. Denn im 19. Jahrhundert war es sehr verbreitet, so zu schreiben. Deswegen klingt derartiges Erzählen für uns heute auch oft etwas altmodisch.
Kennzeichen von auktorialem Erzählen
Als ich schrieb, man soll keine Synonyme wie "das Mädchen" verwenden, bezog sich das auf eine Erzählweise, die nah an der Figur ist. Ist Distanz das gewählte Mittel, sind solche Formulierungen natürlich durchaus möglich. Denn es wird ja eben nicht aus der Figur heraus, sondern über die Figur erzählt. Der Erzähler steckt nicht in ihr, sondern ist eine eigene Instanz. Und diese Instanz kann auch eine Meinung haben, kann kommentieren, kann Dinge in Beziehung zueinander setzen.
Hat ein Text derartige Erzählerkommentare, ist er auktorial erzählt. Das sind Aussagen wie "... aber das konnte das Mädchen zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen", "... was in naher Zukunft ein berühmter Songtitel werden sollte", "... was der Junge durchaus gekonnt hätte, wäre er in dem Moment nicht abgelenkt gewesen", "... während zur selben Zeit an einem anderen Ort ein Reissack umfiel". All das sind Formulierungen, die beim auktorialen Erzählen erlaubt sind, beim personalen Erzählen jedoch einen Perspektivbruch darstellen.
Perspektive hängt vom Erzählmodus ab
Worauf ich hinauswill: Ihr solltet euren Erzählmodus kennen und ihn auch beibehalten. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit habt ihr eine interne Fokalisierung gewählt. Wie schon geschrieben: Das entspricht am ehesten dem Zeitgeist und Publikumsgeschmack. Zudem ist sie auch am einfachsten umzusetzen. Sowohl die externe Fokalisierung als auch die Nullfokalisierung so zu schreiben, dass sie funktionieren und der Text Leser:innen in den Bann zieht, ist herausfordernd. Ihr könnt euch das so vorstellen: Bei der externen und Nullfokalisierung erzählt immer eine Person von außen das Geschehen. Mal ist sie rein beobachtend, mal weiß sie eine ganze Menge und teilt das auch. Aber Erzähler und Protagonist:in der jeweiligen Szene sind eben nicht deckungsgleich. Bei der internen Fokalisierung schon. Und deswegen hat die interne Fokalisierung die komplette Gefühlsflut, die bei einem anderen Erzählmodus abgeschwächt ist oder sogar verloren geht.
Gibt es Mischformen?
Natürlich ist Erzählen ein Spektrum. Natürlich kann man auch mischen. Nur: In den allermeisten Fällen gehen die Leser:innen dabei nicht mit, weil Mischen eben sehr schnell sprunghaft, unlogisch, irritierend wirkt. Kein Problem ist es, in verschiedenen Kapiteln oder klar voneinander abgetrennten Passagen unterschiedliche Erzählmodi zu verwenden. Denn dabei ist der Wechsel ja immer markiert. Schwieriger wird es im Fließtext.
Möchte man mischen, bietet es sich deshalb vor allem am Kapitelanfang oder -ende an. Man kann es sich vorstellen wie beim Film: Die Kamera zoomt erst an die Figur heran oder eben wieder heraus. Also: Man startet auktorial und wechselt schließlich zum personalen Erzählen. Ist man bei dem dann aber angekommen, sollte man dabei auch bleiben. Andere Mischformen (erst personal, dann auktorial) sind schwer vorstellbar. Ausschließen will ich nichts – in der Kunst ist alles erlaubt. Doch es erscheint mir unwahrscheinlich, dass mit dieser Methode Texte entstehen, die eine größere Anzahl an Leser:innen locken.
Typische Perspektivfehler des personalen Erzählens
Nachdem das bis hierhin alles aber noch ein bisschen theoretisch war, jetzt mal ganz konkret. Wenn wir davon ausgehen, dass ein Text in der häufigsten Erzählform nahe an der Figur verfasst ist, was sind dann typische Perspetivfehler?
Synonyme für sich selbst: Das schrieb ich bereits. "Das Mädchen" oder "Der Mann" ist keine geeignete Selbstbezeichnung und passt deswegen nicht.
Informationen, die die Figur nicht wissen kann: Auch das schrieb ich bereits. Wissen über andere Figuren, Orte usw. oder Vorausblenden gehören ins auktoriale Erzählen und nicht ins personale.
Bereits bekannte Informationen: Im ersten Kapitel trifft der Protagonist auf seinen Erzfeind. Eine gute Gelegenheit, um nochmal zu erzählen, warum sich die beiden so hassen. Stopp! Wenn der Protagonist gerade emotional involviert ist, dann sollte genau das beschrieben werden. Er wird in diesem Moment kaum innerlich seine komplette Vergangenheit resümieren. Solche Passagen sind für die Leser:innen, ergeben aus Figurensicht aber nicht den geringsten Sinn. Das solltet ihr anders lösen. Übrigens: Ein Klassiker in diesem Zusammenhang ist das Beschreiben des eigenen Aussehens. Das macht auch ein Spiegel nicht besser. Der Protagonist weiß in der Regel, wie er aussieht. Er wird nur dann detailliert darüber nachdenken, wenn er einen riesigen Pickel auf der Nasenspitze hat, bevor ein Modelshooting ansteht.
Beschreibungen von Dingen, die man nicht sehen kann: Am anderen Ende des Saales betritt der Prinz den Raum. Er hat strahlend grüne Augen. Stopp! Am anderen Ende des Raumes? Wie gut sieht denn bitteschön die Protagonist:in, dass sie aus der Distanz seine Augenfarbe erkennen kann? Beschreibungen sollten nur das wiedergeben, was auch tatsächlich sichtbar für die Figur ist.
Interpretationen der eigenen Handlungen: Eigentlich wäre die Protagonistin gerne der Mittelpunkt der Party. Aber aufgrund ihrer traumatischen Vergangenheit im Zusammenhang mit Erdbeertörtchen versteckt sie sich bei ihrem Anblick unter dem Tisch. Haltet ein: Sowas könnt ihr erzählen, aber in anderen Worten. Trigger werden nicht bewusst erlebt. Die Protagonistin wird ihren Fluchtreflex nicht selbst tiefenpsychologisch aufarbeiten, das tut nur die Autor:in. Die Protagnistin weiß nämlich nicht, warum sie etwas tut, nur, dass sie es tut. Vielleicht denkt sie mal in einer ruhigen Minute darüber nach. Aber nicht in dem Moment, in dem es passiert. Sie sieht das Törtchen und weg ist sie. Vielleicht kommen noch ein paar Erinnerungsfetzen hoch. Fertig.
Falsche Worte verwenden: Euer Durchlaucht oder ey, Digga? Eure Charaktere haben eine eigene Sprache, die ihrem Erfahrungsschatz, Bildungsstand und sozialem Umfeld entspricht. Schreibt ihr aus der Sicht eines Bauernjugen, der in der Großstadt ankommt, wird dieser ziemlich sicher nicht wissen, was bei einem Gebäude "Pilaster" sind (nämlich Fakesäulen, ich sag's nur). Das Vokabular sollte also der Lebenswelt der Figur entsprechen, damit es glaubwürdig bleibt.
Mit ausgearbeiteten Charakteren erzählt es sich leichter
Eine eigene Sprache für die jeweilige Figur zu finden und ihre Wahrnehmung einzugrenzen, ist einfacher, wenn die Figur auch tatsächlich ausgearbeitet ist. Mehr dazu findet ihr hier: https://www.kornelia-schmid.de/post/fiktive-charaktere-entwickeln. Weder bei der externen noch der Nullfokalisierung braucht ihr zwangsläufig Charaktere mit Tiefgang, weil der Fokus des Erzählens nicht unbedingt auf den Figuren liegen muss. Bei der internen Fokalisierung ist es aber schon sehr zu empfehlen. Möchtet ihr nämlich nah an der Figur schreiben, wird das in der Regel nur funktionieren, wenn diese mehr als eine Schablone mit ein paar Eigenschaften und einer isolierten Backgroundstory ist. Je tiefer ihr beim Schreiben dann auch in eure Figur reingehen könnt, desto unwahrscheinlicher wird es, dass euch Fehler unterlaufen. Denn bestimmte Formulierungen klingen dann auch unbewusst komisch und ihr werdet sie deshalb nicht wählen.
Zusammenfassung
Zum besseren Überblick hier noch einmal in Stichpunkten:
Es gibt verschiedene Erzähler: Ich-Erzähler, personaler Erzähler, auktorialer/allwissender Erzähler
Es gibt verschiedene Erzählmodi, die beschreiben, wie nah an einer Figur erzählt wird: interne Fokalisierung, externe Fokalisierung, Nullfokalisierung
In den allermeisten Fällen entspricht die interne Fokalisierung dem typischen Ich-Erzähler genauso wie dem typischen personalen Erzähler
In den allermeisten Fällen entspricht die Nullfokalisierung dem typischen auktorialen/allwissenden Erzähler
Ich-Erzähler oder personale Erzähler mit interner Fokalisierung sind die Erzählform unserer Zeit; auktoriale Erzähler mit Nullfokalisierung sind möglich, aber schwieriger umzusetzen und klingen oft altmodisch
Bei beiden Erzählweisen kann es leicht zu Perspektivbrüchen kommen, wenn man entweder aus der Figur herausgeht oder umgekehrt zu weit hinein; Perspektivbrüche sollten vermeiden werden, weil sie Leser:innen leicht aus dem Text werfen
Mischformen sind möglich, wenn sie klar strukturiert sind (entweder deutlich abgegrenzt oder am Szenenanfang oder -ende)
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